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Palästinensische Organisationen

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Fatah

Fatah (Harakat al-Tahrir al-Watani al-Filastini = Bewegung zur Befreiung Palästinas) ist die größte der palästinensischen Organisationen. Im Jahr 1959 von Yassir Arafat und Khalil al-Wazir in Kuweit gegründet, bestand Fatah anfangs aus einem Netzwerk verschiedener Untergrundgruppen. Im Jahr 1963 erfolgte die Reorganisation. Es entstand ein Zentralkomitee, dessen Vorsitzender bis heute Yassir Arafat ist. Auf der 5. Sitzung des Palästinensischen Nationalrates in Kairo 1969 übernahm Fatah die Führungsrolle innerhalb der PLO.

Fatah propagierte die Befreiung Palästinas durch den bewaffneten Widerstand und die Vereinigung und Mobilisierung aller palästinensischen nationalen Kräfte. Damit vertrat die Organisation eine neue Strategie der Befreiung Palästinas, in der die Palästinenser die Führungsrolle übernehmen. Erklärtes Ziel war es, aus würdelosen, unterdrückten Vertriebenen wieder ein selbstbewußtes Volk mit unabhängiger Regierung in einem demokratischen, säkularen Staat Palästina zu machen. Die Ideologie von Fatah wurde bald zum Ausgangpunkt eines eigenständigen, palästinensischen Nationalismus. Ihr Ansehen gewann die Organisation durch Guerillaaktionen, die vor allem von ihrem militärischen Flügel Al-Assifa durchgeführt wurden.


Volkskampffront

Auch die Volkskampffront unter der Führung Samir und Subhi Ghoshes ist eine Abspaltung von Fatah (1969). Sie ist links orientiert und hat insbesondere Verbindungen nach Syrien und Libanon.


Volksfront zur Befreiung Palästinas

Unter dem Eindruck der Niederlage der arabischen Staaten im Sechs-Tage-Krieg spalteten sich George Habash und Naif Hawatmeh 1967 vom BdAN (Bund der Arabischen Nationalisten) ab und gründete die Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP). Ihr Sitz war bis vor kurzem Damaskus. Die PFLP vertritt, ebenso wie der BdAN, eine panarabische Ideologie und sieht den Kampf um Palästina als Teil des größeren Kampfes, eine arabische Einheit zu errichten. Zwischen 1983 und 1987 löste sich die PFLP aus der PLO. Die jetztige Führung unter George Habash und Abu Ali Mustafa gehört zu den Kritikern des gemäßigten Kurses von Yassir Arafat und lehnt die Friedensverträge von Oslo ab. Nichtsdestotrotz sind viele Mitglieder der PFLP in die Institutionen der palästinensischen Regierung integriert, und der Dialog zwischen der PFLP und der palästinensischen Regierung wurde seit August 1999 wieder intensiviert. In Folge dieser Gespräche kehrte Abu Ali Mustapha im Herbst 1999 nach Palästina zurück, ohne die politische Linie der PFLP grundsätzlich zu ändern. Von diesem Wechsel profitierte nicht nur die PFLP, sondern auch die Demokratie in Palästina und die Institutionen der PLO.


Demokratische Front zur Befreiung Palästinas

Naif Hawatmeh löste sich 1969 von der PFLP und gründete die Demokratische Front zur Befreiung Palästinas. Die DFLP ist - ebenso wie die PFLP- marxistisch-leninistisch orientiert und legt das Hauptgewicht auf den ideologischen Aspekt des palästinensischen Widerstandskampfes. Schon 1973 forderte sie die „Etablierung einer nationalen Autorität in jedem Teil befreiten palästinensischen Territoriums", was der Anerkennung einer Teilstaatenlösung gleichkam. Die DFLP gehörte lange Zeit zu den Gegnern des Friedensprozesses, seit August 1999 findet jedoch ein Annäherungsprozeß statt. Im September 1999 kehrte der Stellvertreter Hawatmehs aus dem syrischen Exil nach Palästina zurück. Damit wurde die nach Oslo einsetzende Spaltung der PLO fast überwunden, denn ebenso wie die PFLP ist die DPFLP in die Strukturen der palästinensischen Regierung eingebunden und die Infrastruktur der PLO in Palästina gefestigt.


Volksfront für die Befreiung Palästinas - Generalkommando

Die Volksfront für die Befreiung Palästinas - Generalkommando (PFLP-GC) spaltete sich 1969 von der PFLP ab. Vorsitzender ist Ahmed Jibril, ein ehemaliger Offizier der syrischen Armee. Der Sitz der PFLP - GC ist Damaskus, die Gruppe gilt als pro-syrisch. Die PFLP-GC lehnt weiterhin die Politik Yassir Arafats und jegliche Kompromisse mit Israel ab. Es ist kaum davon auszugehen, das die PFLP - GC in nächster Zeit nach Palästina zurückkehren wird. Vielleicht macht dies erst ein Friedensschluß zwischen Israel und Syrien möglich.


Palästinensische Befreiungsfront

Die Palästinensische Befreiungsfront (PLF ) spaltete sich 1976 von der PFLP-GC ab und verfolgt eine pro-irakische Linie. Sie wird von Muhammad Zeidan (Abu Abbas), der Mitglied des Exekutivkomitees ist, geführt. Die Vereinbarungen mit Israel lehnt die PLF ab. Trotzdem nahm sie mit zwei Kandidaten an den Wahlen zum palästinensischen Parlament teil und gehörte zu den Organisationen der PLO, die als erste aus dem Exil zurückkehrten.


Palästinensische Volkspartei

Die Palästinensische Volkspartei (Palestinian People´s Party - PPP) wurde 1982 in den besetzten palästinensischen Gebieten gegründet. Früher PCP (Palästinensische Kommunistische Partei) genannt, distanzierte sie sich 1991 von ihrer leninistischen Vergangenheit und betrachtet sich heute als demokratische Volkspartei. Bis 1998 wurde sie von Bashir Barghouti geleitet. Heute übernimmt diese Funktion ein aus drei Mitgliedern - Mustafa Barghouti, Hana Amira und Abdel Majid Hamdan - bestehendes Generalsekreteriat. Seit 1987 ist sie auch im Exekutivkomitee der PLO vertreten.


Al-Saiqa

Al-Saiqa (der Blitz) entstand 1968 unter der Führung von Zuheir Muhsin. Die Organisation gilt als sozialistisch und militant und untersteht dem direkten Befehl der syrischen Baath - Regierung, von der sie finanziell und logistisch unterstützt wird. Al-Saiqa wird zur Zeit von Issam al-Qadi geführt.


Arabische Befreiungsfront

Die Arabische Befreiungsfront (ALF) wurde 1969 von der irakischen Baath-Partei gegründet, als Gegenstück zur syrischen al-Saiqa. Sie wird von Abd al-Rahim Ahmed geführt, ihr Sitz ist Baghdad. Seit 1981 untersteht sie nicht mehr dem direkten Befehl der irakischen Armee.

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