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Siedlungspolitik

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Bis zu den Endstatusverhandlungen ist es gemäß den Oslo-Verträgen weder der plästinensischen noch der israelischen Regierung erlaubt, unilaterale Schritte zur Veränderung der bestehenden Situation herbeizuführen. Dies schließt die Wahrung der Integrität von Ostjerusalem, der Westbank und des Gazastreifens mit ein.

Weder die Arbeiterpartei noch der zwischen Juni 1996 und Mai 1999 regierende Likud hat sich allerdings an diese Vereinbarungen gehalten:

1.
Seit 1993 sind weitere 5 % der Westbank konfisziert worden. Damit erhöht sich der Prozentsatz des von Israel enteigneten Bodens in der Westbank incl. Ostjerusalem auf heute 72 % (5, 473 Mio. Dunum); im Gazasstreifen beläuft er sich auf 44 % (366 000 Dunum).
2.
30 neue Umgehungsstraßen, die unter Ausschluß palästinensischer Dörfer und Städte die israelischen Siedlungen direkt miteinander verbinden, wurden errichtet.
3.
Alleine 1997 wurden 4 000 Wohneinheiten vollendet, 5 000 neue entstanden, die die Regierung Netanyahus jedoch als "Ausweitung" bestehender Siedlungen bezeichnete.
4.
1998 war ein Anstieg der Bauaktivitäten von 13 - 15 % festzustellen, wobei das Bevölkerungswachstum lediglich 3,2 % betrug. So stehen heute 12 % der Wohnungen leer.
5.
Die Regierung Netanyahu hielt daran fest, staatssubventionierte Kredite und Steuererleichterungen für Siedler bereitzustellen; darüber hinaus wurden im Jahr 1999 ganze 114 Mrd. US-Dollar für Siedlungen bereitgestellt.
6.
Die Zahl der Siedler hat in den letzten fünf Jahren beständig zugenommen: in der Westbank ist sie von 120 00 auf 169 000, in Ostjerusalem von 161 000 (1995) auf 180 000 und im Gazstreifen von 4 200 auf 6 100 gestiegen.

Auch der seit Juli 1999 regierende Ministerpräsident Ehud Barak von der Arbeiterpartei hält an der israelischen Siedlungspolitik fest:

1.
Zwischen Juli 1999 und September 1999 wurden die Genehmigung für den Bau von 2600 neuen Wohneinheiten in der Westbank und im Gazastreifen erteilt.
2.
Über 106 mobile Häuser wurden seit dem Regierungsantritt Ehud Baraks aufgestellt.
3.
Zwischen Januar und November 1999 wurden mindestens 50 708 Dunum palästinensischen Bodens enteignet.

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