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Industrieparks

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Seit Beginn des Friedensprozesses bemüht sich die palästinensische Regierung, die durch die israelische Besatzung verursachte Schwäche der ökonomischen Strukturen in Palästina zu verbessern und den Aufbau einer unabhängigen, konkurrenzfähigen Wirtschaft voranzutreiben. Mit der Errichtung von eigenen Industriezonen ist ein wichtiger Schritt in diese Richtung unternommen worden, von deren Erfolg auch der weitere Verlauf des Friedensprozesses nachhaltig beeinflußt werden dürfte.


Überblick

Alle Industrieparks bieten eine moderne und zuverlässige Infrastruktur, die in der Lage ist, einen reibungslosen Produktionsablauf zu gewährleisten und durchaus mit westlichen Standards konkurrieren kann. Darüber hinaus werden speziell auf die Bedürfnisse vor Ort zugeschnittene Dienstleistungen - Personalbeschaffung, Zollabfertigung und Finanzdienstleistungen - angeboten.

Die ortsansässigen Arbeitskräfte verfügen über ein generell hohes Bildungsniveau und einen sehr guten Ausbildungsstand, nicht zuletzt aufgrund langjähriger Erfahrung in der israelischen Wirtschaft, speziell in den Bereichen Textil, industrielle Montage, Schuherstellung, Schmuck und Lebensmittelverarbeitung. Eine Arbeitswoche von 48 Stunden und ein durchschnittliches Monatsgehalt von 300 US-Dollar für gelernte Arbeiter sowie etwa 500 US-Dollar für Ingenieure und Techniker bieten die Garantie weit geringerer Lohnstückkosten als in Europa.

Ein weiterer, besonderer Investitionsanreiz besteht in der Möglichkeit, zollfrei in folgende Länder exportieren zu können:

USA:
Unlimitierte Zollfreiheit agrarischer und industrieller Produkte
EU und EFTA:
Unlimitierte Zollfreiheit industrieller Produkte
Israel:
Generelle Zollfreiheit
Jordanien:
Zollfreiheit bestimmter industrieller Produkte
Ägypten:
Zollfreiheit bestimmter Produkte
Saudi-Arabien:
Unlimitierte generelle Zollfreiheit


Die Industrieparks im Einzelnen

Bereits begonnen wurde mit der Errichtung von Industrieparks in Gaza und Jenin, weitere sind in Tulkarem und Carni geplant.


Der Gaza-Industriepark

Mit dem im November 1996 begonnen Bau des ersten palästinensischen Industrieparks in Gaza soll nicht nur der freie Zugang zu den Weltmärkten eröffnet werden, sondern darüber hinaus 17 000 direkte und über 30 000 indirekte Arbeitsplätze entstehen. Der Gaza-Industriepark eignet sich von seiner Konzeption her besonders für die Ansiedlung von Leichtindustrie, wie beispielsweise der Textilherstellung, der Lebensmittelverarbeitung oder Montagebetrieben. Für Organisation und Management ist maßgeblich die Palestine Development and Investment Company (PADICO) verantwortlich, die zusammen mit der Weltbank, der palästinensischen Regierung und anderen internationalen Organisationen die Finanzierung sicherstellt. Das Gesamtinvestitionsvolumen beläuft sich nach Angaben des Ministeriums für Industrie auf ca. 84,5 Millionen US-Dollar und verteilt sich folgendermaßen über die einzelnen Institutionen (in Millionen US-Dollar):

PNA
23,5
PADICO
23,5
Weltbank
10,0
USAID
6,3
Europäische Investitionsbank
5,0

Der 50 Hektar umfassende Industriepark liegt im nordöstlichen Bereich des Gazastreifens an der Grenze zu Israel, nur einen Kilometer von der Hauptverbindungsstraße zwischen Gaza und Ägypten entfernt. Bis Gaza-City sind es 3 km, bis zu dem neu errichteten Gaza-Airport und der ägyptischen Grenze 25 km, zum geplanten Hafen in Gaza 5 km, 25 km bis zum Hafen Ashdod in Israel und 65 km bis zum Flughafen Ben Gurion in Tel Aviv.

Geboten werden bezugsfertige, standardisierte Fabrikgebäude mit Größen von 2300, 1150 und 575 qm. Jede Einheit ist zudem mit ausreichenden Flächen für Büros ausgestattet. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, eigene Fabrikanlagen zu errichten. Inzwischen sind 22 Fabrikanlagen fertiggestellt worden und die Infrastruktur ist betriebsbereit.

Weitere Informationen bei:
PADICO - GIE
Marketing Manager
P.O. Box 4049, Gaza
Tel.: +972 - 7 - 82 63 03 / 313
Fax: +972 - 7 - 82 50 13

Jenin Industriepark

Das Areal befindet sich in der Mukebla-Ebene in der Nähe der Stadt Jenin im nördlichen Teil der West Bank. Die vorgesehene Größe von 3 Millionen qm soll mit der letzten Ausbaustufe erreicht werden und würde somit die größte Industriezone der West Bank darstellen. Die Nähe zu Israel macht eine enge Zusammenarbeit zwischen palästinensischen und israelischen Behörden möglich. Die Entfernung zu Jenin und Haifa beträgt etwa 45 km, die bis zur jordanischen Grenze 40 km und bis zur Autobahn und der geplanten Eisenbahnstrecke von Haifa nach Amman 4 km. Über Nablus, Afula, Haifa, Tel Aviv und Baka Algharbiah besteht Zugang zu Jerusalem.

Auch hier wurden neben standardisierten Fabrikgebäuden sämtliche Einrichtungen des öffentlichen Lebens errichtet, wie beispielsweise eine Klinik oder ein Ausstellungszentrum. Die Entwicklung des Jenin-Industrieparks erfolgt in drei Stufen, in denen schrittweise 600 000; 400 000 und in der letzten Ausbauphase 2 Millionen qm erschlossen werden. Im Mai 1998 ist mit der Errichtung der standardisierten Fabrikgebäude begonnen und Ende 1998 die Arbeiten an der Infrastruktur größtenteils abgeschlossen worden.

Von deutscher Seite aus wurde der Aufbau des Jenin-Industrieparks von der Kreditanstalt für Wiederaufbau unterstützt, die eine vom deutschen Beratungsunternehmen Dornier Consult durchgeführte Machbarkeitsstudie finanzierte. Ebenso übernahm die deutsche Bundesregierung die Finanzierung der Off-Site-Infrastruktur.

Weitere Informationen bei:
Northern International & Industrial Co.
Jenin POB 335
Tel.: 00972-6-505854
Fax: 00972-6-9952705

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