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Handel

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Im Jahr 1996 lag der Anteil der palästinensischen Importe bei 83,6% der gesamten Importe, beim Export waren es 85% des gesamten palästinensischen Exports. Ein strukturelles Warenhandelsdefizit wird noch auf Jahre hinaus für Palästina kennzeichnend sein. 60% aller Importe aus Israel sind indirekte Importe, das sind Waren, die aus dem Ausland nach Israel geliefert und von dort in Palästina weiter vertrieben wurden. Der dadurch entstehende Steuerverlust für die palästinensische Regierung betrug 1995 zwischen 166 Mio. US -Dollar und 275 Mio. US -Dollar, ca.4-6% des BIP, entsprechen der Höhe der Entwicklungshilfe der beiden größten Geber USA oder EU.

Andere Entwicklungsländer finanzieren ihren Haushalt hauptsächlich aus Zöllen. Die Steuerverwaltung der palästinensischen Regierung ist muß in ihrer Effizienz noch gestiegert werden. Israel wird über die nächsten Jahre der mi Abstand dominierende Außenhandelspartner bleiben, gefolgt von Jordanien und Ägypten. der Rest der Welt ist zur zeit mit ca. 10% am Export und 6% am Import beteiligt.

Der Pariser Vertrag vom 29.04.1994 bot erstmals die Basis zu einer eigenständigen Außenhandelspolitik. Auf internationaler Ebene konnte die palästinensische Regierung mit einigen wichtigen Handels- und Technikabkommen Fortschritte erzielen auf dem Weg zum Weltmarkt. Die Assoziation mit der EU im Rahmen des Euro- Mediteran Partner Process, ein Abkommen mit den EFTA Staaten, Freihandelsabkommen mit den USA und bilaterale Handelsverträge mit weiteren Geberländern sowie einigen Staaten der Region sind unterzeichnet worden. Der Vertrag mit Jordanien beschränkt sich jedoch auf einige Produkte.

In Palästina gelten aufgrund der de facto Zollunion mit Israel die gleichen Steuer- und Zollgesetze wie in Israel. Eine Ausnahme bildet die Einkommenssteuer, die bisher auf einem jordanischen Gesetz aus dem Jahr 1964 basiert.

Die restriktive Politik Israels seit 1993 schränkte die Mobilität von Menschen Waren und Dienstleistungen zwischen den palästinensischen Gebieten und Israel sowie zwischen der Westbank und dem Gazastreifen und deren Kontakte zur übrigen Welt erheblich ein. Die vollständigen Absperrungen der palästinensischen Gebiete führte zu einem Stillstand der Handelsbeziehungen, palästinensische Arbeitnehmer konnten nicht zu ihren Arbeitsplätzen in Israel gelangen, palästinensische Waren verotteten an den Grenzen. Während der letzten fünf Jahre kam es zu insgesamt 307 Tage mit vollständiger Absperrung (ohne die moslemischen und jüdischen Feiertage einzurechnen).

Schätzungen über die Kosten der Aussperrungen für die palästinensische Wirtschaft belaufen sich auf über 2,8 Mrd. US-Dollar und sind damit etwa so hoch wie die gesamte Entwicklungshilfe während dieser Zeit. Die ökonomischen Kosten dieser restriktiven Politik und der Aussperrungen von 1993 bis 1998 belaufen sich nach konservativen Schätzungen auf 7 Mrd. US-Dollar. Hinter diesen Zahlen verbergen sich verpaßte Möglichkeiten eines schnelleren wirtschaftlichen Aufschwungs.

1993 sanken die Exporte aufgrund der Aussperrungen durch Israel auf weniger als die Hälfte des Vorjahres. 1994 und 1995 begann sich die wirtschaftliche Situation leicht zu verbessern. 1997 betrugen die Exporte 14,6% des BIP, die Importe 65,5%. Dadurch ergibt sich eine Saldo in der Handelsbilanz, der 51% des BIP beträgt. Der Schließung dieser Lücke gelten die Hauptanstrengungen der palästinensischen Wirtschaftspolitik. Dieses Handesldefizit wird bisher hauptsächlich durch die Arbeitseinkommen der palästinensischen Arbeiter in Israel und der Auslandspalästinenser finanziert. Der größte Teil des Defizits entsteht im Handel mit Israel, wohin 80% der palästinensischen Exporte fließen und 90% der Importe herstammen.

Handelsbilanz:

 
1995
1996
1997
Import:
1,5 Mrd. US$
2,017 Mrd. US$
2,164 Mrd. US$
Export:
356 Mio. US$
340 Mio. US$
381 Mio. US$
Saldo:
-1,1 Mrd. US$
-1,676 Mrd. US$
-1,784 Mrd. US$


Importe und Exporte in Mio. US$ nach Ländern und Regionen:

 
1996
1997
Israel
1743
319
1803
358
EU
147
0,244
155
0,86
Arabische Länder
27
19
54
19
Amerikanische Länder
29
0,815
28
0,2
Osteuropa
6,5
0,001
9,6
2
Andere Länder
3,8
0,01
2
0,1

1. Importe aus
2. Exporte nach

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