|
Neuer Höhepunkt der Gewalteskalation im Gazastreifen:
23 Tote und mehr als 40 Verletzte
|
|
In der Nacht zum Mittwoch starben im Gazastreifen und in der Westbank mindestens 23 Palästinenser. Allein bei einem israelischen Panzerangriff auf verschiedene Wohnhäuser im Gazastreifen wurden 18 Menschen im Schlaf getötet und mehr als 40 verletzt. Dies bestätigte der Direktor des Krankenhauses in Beit Lahia, Mahmoud Assali.
Palästinensische Sicherheitskräfte berichteten, dass fünf Panzergranaten am frühen Morgen innerhalb von einer Viertelstunde in einem Wohngebiet nördlich der Stadt Beit Hanoun einschlugen. Es wurden mehrere Wohnhäuser zerstört, die der Familie Alathamna gehörten. Unter den Toten sind allein 13 Familienmitglieder, darunter 8 Kinder. Ein Augenzeuge berichtete, dass er von schweren Explosionen aus dem Schlaf gerissen wurde. Als er aus dem Haus getreten sei, so der Augenzeuge, habe er blutende und schreiende Menschen gesehen. In den Trümmern der Häuser wurden die Bewohner regelrecht verstümmelt.
Präsident Mahmoud Abbas verurteilte den erneuten Angriff in der Nähe von Beit Hanoun scharf: Er sprach von einem „schrecklichen Massaker der Besatzungsmacht an unseren Kindern, Frauen und Alten.“ Die palästinensische Regierung rief eine dreitägige Trauerzeit aus, in der öffentliche Gebäude und Schulen geschlossen bleiben.
In der Westbank starben in der Nähe des Flüchtlingslagers Dschenin fünf Palästinenser. Unter den Toten sollen nach Angaben palästinensischer Sicherheitskräfte vier Mitglieder der Al-Aksa-Brigaden sein. Das fünfte Opfer ist ein Zivilist, der in seinem Wohnhaus getötet wurde. Die israelischen Truppen, die kurz zuvor 8 Palästinenser festgenommen hatten, schossen ohne Warnung in die Menschengruppe.
Die israelische Besatzungsarmee hat die Operation „Herbstwolken“ nach sechstägiger Invasion gestern für beendet erklärt.
|
|
08.11.2006
|
|