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Sechs Palästinenser fallen “außergerichtlichen Tötungen” zum Opfer

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Sechs Palästinenser kamen bei israelischen Luftangriffen in der Westbank und im Gaza-Streifen ums Leben. Der palästinensische Politiker Saeb Erekat sagte vor der Presse, dass die militärische Eskalation zu einem Zeitpunkt komme, an dem die Palästinensische Nationale Autorität ihr Bestes tue um den fragilen Waffenstillstand aufrecht zu erhalten. Bei Hubschrauberangriffen in Gaza und Salfit waren sechs Mitglieder der Hamas getötet worden.
In der Stadt Gaza wurden Adel Mohammad Haniyya, 29, A’saem Marwan Abu Ras, 23, Saber Abu Aasi, 24, und Amjad anwar Arafat getötet, als eine von einem Apache-Hubschrauber abgefeurte Rakete einen Lastwagen traf. Der Lastwagen wurde völlig zerstört. Teile des Fahrzeugs und menschliche Gliedmaßen wurden Hunderte von Metern weit geschleudert. Wie das Palestine Media Center berichtete, war der Lastwagen mit selbst gefertigten Raketen bestückt.
Ein weiterer Angriff ereignete sich kurz danach zwischen der israelischen Siedlung Ariel und der palästinensischen Ortschaft Salfit in der Westbank. Mohammed Ahmad Salemah Murei und Mohammed A’aish wurden getötet. Ein Augenzeuge berichtete, dass ein Hubschrauber drei Raketen in das Gebiet um das Dorf Wadi al-Shaer gefeuert habe. Man habe dort offenbar „gesuchte Palästinenser“ vermutet.
Angesichts der Eskalation der Gewalt drängte Ministerpräsident Kurei auf eine Einhaltung der Waffenruhe. Er warf Israel vor, die Palästinenser in einen Bruderkrieg drängen zu wollen und verurteilte die neuen gezielten Tötungen militanter Palästinenser.
Die Angriffe waren offenbar ein Vergeltungsschlag wegen des Angriffs mit Mörsergranaten auf eine israelische Siedlung. Eine selbst gefertigte palästinensische Rakete hatte das Dach einer Veranda durchschlagen und eine 22-jährige Frau getötet. Nach dem tödlichen Treffer war israelischen Angaben zufolge der Raketenbeschuss fortgesetzt worden. Auch in der Siedlung Gush Katif hatten Raketeneinschläge Schäden angerichtet.
Das palästinensische Innenministerium forderte nach den israelischen Luftangriffen die internationale Gemeinschaft auf zu intervenieren, um die Eskalation der Gewalt zu beenden.
Bei dem Versuch palästinensischer Sicherheitskräfte, Raketenangriffe gewaltsam zu unterbinden, waren am Freitag der 15-jährige Mohammad al-Ammarin und der 17-jährige Ismail al Amarin getötet worden.


16.07.2005
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