„Göttliche Einmischung – Eine Chronik von Liebe und Schmerz“
Ein Film von Elia Suleiman
Im Spannungsfeld der besetzen Gebiete zwischen Ramallah, Nazareth und Jerusalem sucht Elia Suleiman den Stoff für seine Geschichten, in die er auch Autobiografisches mit einfließen lässt. 1948 wurde sein Vater als Kämpfer gegen Israel von israelischen Soldaten brutal gefoltert und lebensgefährlich verletzt.
Sein namenloser Held, den der Regisseur selber spielt, schnippt beim Vorbeifahren mit einem Obstkern gegen einen israelischen Panzer, der daraufhin explodiert. Der Zorn des Mannes gegen den scheinbar übermächtigen Gegner hat seinen Grund. Der Mann pendelt ständig zwischen seinem pflegebedürftigen Vater und seiner Geliebten hin und her. Weil er beim Vater in Jerusalem lebt, darf er die Frau, die aus Ramallah stammt, nur am Kontrollpunkt sehen. Im unwirklichen Niemandsland zwischen Betonblockaden, Flutlicht und voll besetzten Wachtürmen versuchen die beiden Liebenden mehr schlecht als recht ihre Gefühle auszuleben.
Suleiman verlässt sich nicht auf ideologische Statements, sondern entlarvt mittels Komik die Sinnlosigkeit eines unhaltbaren politischen Zustandes.
Der Film folgt der Mauer und fängt in seinen Bildern und Stimmen Eindrücke auf beiden Seiten ein. Die Filmemacherin Simone Bitton behauptet ihre doppelte Identität als Jüdin und Araberin und lässt so die Grenzen des Hasses verschwimmen.
Mauer ist eine filmische Meditation über den Konflikt. In einem klassischen dokumentarischen Ansatz folgt der Film der Mauer der Trennung, die eine der historisch bedeutendsten Landschaften zerstört, indem sie das eine Volk einsperrt und das andere eingrenzt. Auf der Baustelle dieser irrsinnigen Mauer trotzen tägliche Ansprachen und heilige Gesänge – auf Arabisch und Hebräisch – dem Diskurs des Krieges inmitten des ohrenbetäubenden Lärms der Bulldozer. In langen Einstellungen zeigt Simone Bitton, wie der Zaun die Landschaft voll karger Schönheit zerschneidet, spricht mit Palästinensern und Israelis über den Alltag mit der Mauer, über die Schwierigkeit, Freundschaften über die Mauer hinweg aufzubauen und zu pflegen, über ökonomische und ökologische Konsequenzen für die Menschen.
„Rana’s Wedding“ ist ein Liebesfilm, der kurz vor dem israelischen Einmarsch in die besetzten palästinensischen Gebiete spielt. Rana, eine junge palästinensische Frau, stiehlt sich im Morgengrauen aus dem Haus ihres Vaters, um nach ihrem heimlichen Geliebten Khalil zu suchen. Ihr Vater will sie an jenem Tag mit ins Ausland nehmen, um sie von dem jungen Mann zu trennen – es sei denn, sie wählt einen Bräutigam von der Liste, die der Vater ihr aushändigt. Rana will mit ihrem Freund in Ost-Jerusalem bleiben und hat nur zehn Stunden Zeit, ihn im Chaos der besetzten Stadt zu finden, die Hochzeit vorzubereiten und ihren Vater mit vollendeten Tatsachen zu konfrontieren – so wie er es mit ihr gemacht hat.
Wir folgen Rana wie sie durch die Stadt zieht und bekommen einen Eindruck von ihren Gefühlen und Zweifeln, die von der bizarren Kriegssituation angefacht werden sowie ihrem vergleichsweise banalen Versuch, noch am selben Tag zu heiraten. Dennoch, die entschlossene Rana stellt sich ihren Ängsten, entschließt sich, niemanden ihr Leben kontrollieren zu lassen und setzt alles daran, die Zustimmung ihres Vaters zu bekommen.
Hany Abu Assad wurde 1961 in Nazareth geboren. Seine Film- und Fernsehkarriere begann er als Produzent, 1990 gründete er Ayloul Film Productions. Zwei Jahre später drehte er den Kurzfilm „Paper House“. Dafür gewann er Preise in Jerusalem und Paris. Sein erster abendfüllender Film, „The Fourteenth Chick“, eröffnete 1998 das Filmfestival in Utrecht. Seine jüngste Arbeit, „Ford Transit“ (2002), eine Dokumentation über einen Taxifahrer in den besetzten palästinensischen Gebieten, war ein Erfolg auf dem Sundance Filmfestival und erhielt auf dem Thessaloniki Film Festival den Fipresci-Award.
Hisham Zreiq greift einen Überfall auf ein palästinensisches Dorf im Oktober 1948 auf, bei dem 14 junge Männer ermordet und die Bevölkerung vertrieben wurde. Die Geschichte von Eilaboun wird von den Überlebenden mithilfe ihrer Erinnerung erzählt. Einleitend erklärt der israelische Historiker Ilan Pappe den geschichtlichen Hintergrund der Vertreibungen, die in Palästina Nakba heißt.
Jenin, Jenin
Mohammed Bakri, israelischer Araber, ist ein bekannter Schauspieler, der durch die Intifada zum Dokumentarfilmer wurde. Er erinnert sich an die Tage, als die israelische Armee das Flüchtlingslager Jenin besetzte und teilweise zerstörte. „Jenin, Jenin“ ist ein aufwühlendes Zeugnis der Zerstörung.
Verboten in Israel wegen seines angeblich „manipulativen Inhalts“, wurde der Film auf dem Karthago-Filmfestival mit dem Hauptpreis ausgezeichnet.
Die niederländisch-deutsch-französische Co-Produktion "Paradise Now" von Hany Abu-Assad erzählt von den letzten 48 Stunden im Leben zweier palästinensischer Selbstmordattentäter. Die Protagonisten dieses Dramas werden von Kais Nashif und Ali Sulieman verkörpert.
Abu-Assad ist es mit diesem Film, der bei den 55. Internationalen Filmfestspielen in Berlin 2005 mit dem Publikumspreis, dem Blauen Engel für den besten europäischen Film sowie dem Friedenspreis von Amnesty International ausgezeichnet wurde, gelungen, diese zugrunde liegende komplexe Thematik authentisch und überzeugend differenziert darzulegen, ohne dabei moralisierend oder belehrend zu wirken.
Hany Abu Assad wurde 1961 in Nazareth geboren. Seine Film- und Fernsehkarriere begann er nach einem Studium (Flugzeugbau) in Amsterdam als Produzent, 1990 gründete er Ayloul Film Productions. Zwei Jahre später drehte er den Kurzfilm "Paper House". Dafür gewann er Preise in Jerusalem und Paris. Sein erster abendfüllender Film, "The Fourteenth Chick", eröffnete 1998 das Filmfestival in Utrecht. Seine Arbeit "Ford Transit" (2002), eine Dokumentation über einen Taxifahrer in den besetzten palästinensischen Gebieten, war ein Erfolg auf dem Sundance Filmfestival und erhielt auf dem Thessaloniki Film Festival den Fipresci-Award. Seit 2000 lebt und arbeitet Hany Abu Assad in Ostjerusalem.
Hamdi, ein 30-jähriger Palästinenser aus Gaza, hat durch eine israelische Rakete seine Mutter, seine Frau und seinen ältesten Sohn verloren. Überlebt hat die fünfjährige Tochter, die vom Hals abwärts gelähmt ist und – künstlich beatmet – in einer
israelischen Klinik versorgt wird. Dort kümmert sich Hamdi liebevoll um seine Tochter, die er rund um die Uhr versorgt.
Hamdis Geschichte ist eine Metapher für die Verletzung von Menschenrechten in Krisengebieten.
Hamdis Geschichte ist eine Metapher für die Verletzung von Menschenrechten in Krisengebieten.
Der Kurzfilm wird im Rahmen der Kurzfilmpräsentation des Filmfestivals für Menschenrechte und Medien „One World“ gezeigt.
Am Beispiel von drei Arbeitern aus der Westbank und dem Gaza-Streifen wird die Situation der palästinensischen Bevölkerung aufgezeigt. Die Männer riskieren ihr Leben, indem sie illegal über die Grenze gehen, um in Israel unter schlechtesten Bedingungen Arbeiten für eine Bezahlung zu verrichten, die deutlich unter dem Mindestlohn liegt.
Dennoch versuchen sie, ein Leben in Würde zu führen.
Der Kurzfilm wird im Rahmen der Kurzfilmpräsentation des Filmfestivals für Menschenrechte und Medien „One World“ gezeigt.
„Hamsin“ (arab.) ist ein heißer Wind aus der Sahara. Die urbar gemachte Wüste im Heiligen Land, ein altes Bauerndorf in Israel ist Schauplatz des ersten israelischen Films, der von der Konflikt geladenen Beziehung zwischen Palästinensern und Israelis handelt.
Geschildert werden die Schwierigkeiten der Palästinenser in der israelischen Gesellschaft akzeptiert zu werden, der wachsende arabische Nationalismus - auch bedingt durch die Landenteignung - und die Folgen von Liebesbeziehungen zwischen Arabern und Israelis. Zum ersten Mal werden arabische Figuren komplex und tiefgründig, ohne Klischees, porträtiert.
Der Film wird im Rahmen des Festivals für Menschenrechte und Medien „One World“ gezeigt.
Durch die Stimme von Gelehrten, Medienkritikern, Friedensaktivisten, religiösen Persönlichkeiten und Nahostspezialisten analysieren und erklären die Regisseure wie von den Medien die israelische Besetzung der West Bank und von Gaza verzerrt und die Kolonisierung der besetzten Gebiete mehr defensiv als offensiv dargestellt werden.
Internationale und USA-Journalisten, teilweise in folge mangelhafter Recherche und teilweise infolge von Einschüchterungen, werden zu Komplizen der israelischen PR-Strategie, in dem sie mächtig durch ihre Berichterstattung die breite öffentliche Meinung bezüglich des Nahostkonflikts beeinflussen.
Der Dokumentarfilm wirft die Frage nach Ethik und Rolle des Journalismus und deckt die Beziehung zwischen Medien und Politik auf.
Der Film wird im Rahmen des Filmfestivals für Menschenrechte und Medien „One World“ gezeigt.
Seit Jahrzehnten schon befindet sich der Zitronenhain im Besitz der Familie Zidane im Westjordanland, und nach dem Tod ihres Mannes sichert er der Witwe Salma (Hiam Abbas) ein bescheidenes Einkommen. Doch als der israelische Verteidigungsminister (Doron Tavory) und dessen Frau Mira (Rona Lipaz-Michael) in unmittelbarer Nähe ihr neues Domizil beziehen wollen, sind die Bäume dem israelischen Geheimdienst Mossad ein Dorn im Auge – schließlich könnten sich hinter den Bäumen palästinensische Terroristen verbergen und das Leben des Politikers bedrohen. Salma allerdings lehnt die angebotene Entschädigungszahlung ab und beharrt darauf, den Hain zu behalten. Als ihr die Bäume weggenommen werden sollen, nimmt sich die streitbare Witwe den Anwalt Ziad Daud (Ali Suliman) und geht schließlich bis vor den Obersten Israelischen Gerichtshof. Dabei erhält sie schließlich sogar Unterstützung von der Frau des Ministers und verliebt sich in ihren smarten Anwalt. Doch Gerechtigkeit erfährt sie nicht, der Kampf gegen die Ansprüche des Politikers und damit gegen israelische Sicherheitsinteressen – so absurd sie auch sein mögen – erweist sich als ungleicher Kampf, den Salma nur verlieren kann...
„Route 181- Fragmente einer Reise in Palästina-Israel“
Film von Michel Khleifi und Eyal Sivan
„ROUTE 181“ ist der erste Film in palästinensisch-israelischer Co-Regie. Er wurde im November 2003 fertig gestellt und seitdem auf zahlreichen Festivals präsentiert: Der Film eröffnet eine ungewöhnliche Perspektive auf die Bevölkerung in Palästina-Israel - eine gemeinsame Vision eines Palästinensers und eines Israelis. Mehr als ein Jahr lang haben Khleifi und Sivan sich der Produktion dessen, was sie einen kinematischen Akt von Glauben und Vertrauen betrachten hingegeben: ein gemeinsamer Film.
Im Sommer 2002 sind sie zwei lange Monate gemeinsam durch ihr Geburtsland gereist, sie haben ihre Strecke auf einer Karte aufgemalt und sie ROUTE 181 genannt. Diese virtuelle Linie markiert die Grenzen der UN-Resolution 181 vom 29. November 1947, nach der Palästina in zwei Staaten, einen jüdischen und einen arabischen, geteilt werden sollte. Weder Khleifi, ein in Belgien lebender Palästinenser, noch Sivan, ein in Frankreich ansässiger Israel, kontaktierten Persönlichkeiten oder offizielle Gesprächspartner; ebenso wurden keine Treffen vereinbart. Willkürlich hielten die beiden an und filmten: unbekannte Israelis und Palästinenser, die über ihr Leben sprechen, ihre Erfahrungen, ihre Situation, ihre persönlichen Erinnerungen und ihr Verständnis von dem, was heute um sie herum passiert. Diese Leute sprechen auch über Morgen und was aus ihnen und ihrem Land werden könnte. Entstanden ist eine Momentaufnahme in drei Kapiteln: "Der Süden" beschreibt die Hafenstadt Ashdod bis zu den Grenzen des Gazastreifens, "Das Zentrum" erstreckt sich von der jüdisch-arabischen Stadt Lod nach Jerusalem und "Der Norden" zeigt den Weg von Rosh Ha'ayn neben der errichteten Mauer bis an die libanesische Grenze.
Der Film wird im Rahmen der Filmwoche „Das andere Palästina“ gezeigt. „Das andere Palästina“ ist eine Kooperation der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft e.V. (DPG), Bahnhof Langendreer und kino endstation, sie wird gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.
Aufnahme einer Theateraufführung des Al Kasaba Theaters Ramallah
Sie haben in uns einen fremden Körper eingepflanzt und füttern uns mit jeglichen Arten der Ungerechtigkeiten, des Leidens und der Unterdrückung. Sie haben die schlechten Dinge wachsen lassen und wirbeln sie durch unsere Adern wie hungrige Schlangen und schlucken jeden Tag einen kleinen Teil von uns.
Wir schreien, aber sie strangulieren uns und unsere Stimmen verhallen ungehört an der Mauer. Wir hören allein das Echo, zurückgeworfen von der Mauer.
Das Theaterstück erzählt die traurigen Geschichten des Lebens der von der Mauer eingeschlossenen palästinensischen Bevölkerung. Bewusst haben die Schauspieler einen sarkastischen Stil für diese Geschichten gewählt, untermal mit Folkloremusik.
Am Beispiel von drei Arbeitern aus der Westbank und dem Gaza-Streifen wird die Situation der palästinensischen Bevölkerung aufgezeigt. Die Männer riskieren ihr Leben, indem sie illegal über die Grenze gehen, um in Israel unter schlechtesten Bedingungen Arbeiten für eine Bezahlung zu verrichten, die deutlich unter dem Mindestlohn liegt.
Dennoch versuchen sie, ein Leben in Würde zu führen.
Der Kurzfilm wird im Rahmen des 2. Internationalen Kurzfilmwettbewerbs „Alle Menschen sind frei und gleich … “ des Goethe-Instituts und der Stiftung „Erinnerung,Verantwortung und Zukunft“ zum Thema Menschenrechte gezeigt.
Veranstaltungsdaten:
21. November 2008; 20:30 Uhr
Veranstaltungsort:
Kommunales Kino in der Pumpe
Haßstraße 22
24103 Kiel
Hamdi, ein 30-jähriger Palästinenser aus Gaza, hat durch eine israelische Rakete seine Mutter, seine Frau und seinen ältesten Sohn verloren. Überlebt hat die fünfjährige Tochter, die vom Hals abwärts gelähmt ist und in einer israelischen Klinik versorgt wird. Hamdis Geschichte ist eine Metapher für die Verletzung von Menschenrechten in Krisengebieten.
Der Kurzfilm wird im Rahmen des 2. Internationalen Kurzfilmwettbewerbs „Alle Menschen sind frei und gleich … “ des Goethe-Instituts und der Stiftung „Erinnerung,Verantwortung und Zukunft“ zum Thema Menschenrechte gezeigt.
Veranstaltungsdaten:
21. November 2008; 20:30 Uhr
Veranstaltungsort:
Kommunales Kino in der Pumpe
Haßstraße 22
24103 Kiel
Slingshot Hip Hop vereint die Geschichten junger Palästinenser, die in der Westbank, Gaza und innerhalb Israels leben und Hip Hop als Mittel zur Überwindung der Grenzen der israelischen Besetzung entdecken. Dieser Film erzählt von Armut, Hoffnungslosigkeit und Perspektivlosigkeit, internen Grenzkontrollen und Mauern, von Geschlechternormen und Generationen. Dies ist die Geschichte von Menschen, die die Mauern durchbrechen wollen, die sie voneinander trennt.
Der Film wird im Rahmen des 5. ONE WORLD BERLIN Filmfestival für Menschenrechte und Medien gezeigt.