Was haben Venedig, Istanbul, Lyon, Thessaloniki, Mechelen in Belgien, Havanna, Jerusalem und Sharjah in den Vereinigten Emiraten gemeinsam? Alle hatten 2009 eine wichtige Ausstellung zeitgenössischer Kunst, eine sogenannte „Biennale“. Für Linz wurde daraus eine spannende Auswahl zusammengestellt, ein „Biennale Cuvée“.
33 Künstler aus 18 Ländern sind zu Gast. Die Ausstellung bringt die internationale Kunstszene nach Linz, zeigt aktuelle Tendenzen auf und ist Gradmesser dafür, was heute international unter dem Begriff Gegenwartskunst verstanden wird.
Dabei ist auch der palästinensische Künstler Taysir Batniji mit seinem Objekt „Hannoun“. Das zarte, blüthenähnliche Gebilde sind Abfälle von Bleistiftspitzen. Es stellt einen ästhetisch überaus reizvollen Material-Dialog dar, der auf einen ernsten Hintergrund verweist: Seit die Israelis 2006 die Grenzen dichtgemacht haben, kann er nicht mehr in sein Atelier in Gaza.
Veranstaltungsdaten:
02. März bis 02. Mai 2010
Veranstaltungsort:
OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich
Platz 1
4020 Linz/Österreich
„Gaza – Brücke zwischen Kulturen. 6000 Jahre Geschichte“
Sonderausstellung
Der Landstrich Gaza, gelegen zwischen Ägypten und Israel, ist aufgrund seiner politischen Situation seit Jahren in den Schlagzeilen der Medien zu finden. Doch ist diese Region weit mehr als nur ein Kriegsschauplatz: 6000 Jahre Geschichte zeichnen den Gaza-Streifen als lebhafte und hoch spannende Zone des Kulturkontaktes aus.
Die Liste der Namen großer Kulturen, die in Gaza ihre Spuren hinterlassen haben, ist lang: Ägypter, Perser, Ptolemäer, Römer, Byzantiner, islamische Dynastien oder Osmanen, sie alle sind Zeugen von Austausch, Dialog und Toleranz.
Archäologische Forschungen der historischen Stätten unterstreichen die wichtige Rolle dieser Region als Hafenstadt zwischen drei Kontinenten sowie als Brücke zwischen zwei Erdteilen. Aufgrund dieser geografischen „Toplage“ verwundert es nicht, dass Gaza bereits in der Bronzezeit Verbindungen zu weit entfernten kulturellen Zentren pflegte und am regen Austausch technologischer Innovationen teilhatte.
Als Umschlagplatz des internationalen Fernhandels entwickelt sich der Landstrich von einer durch nomadische Hirten dominierte Region zu einer Metropole. Das zeigt sich vor allem in den einzigartigen kulturellen Hinterlassenschaften; z. B. Feinkeramik aus hellenistischer, Marmorskulpturen aus römischer oder Kapitelle aus byzantinischer Zeit. Nach der Zeit politischer Spannungen durch den Zerfall des oströmischen Reichs erlebt Gaza unter islamischer Herrschaft eine erneute Blütezeit seit dem ausgehenden 7. Jahrhunderts.
Bei dieser Sonderausstellung handelt es sich um ein Projekt, das unter der Schirmherrschaft der UNESCO steht. Dass das Zusammenleben der Kulturen im Gazastreifen nicht immer konfliktfrei ausfiel, wird auch in dieser Ausstellung thematisiert. Doch wird gleichzeitig deutlich, dass seine Geschichte mehr als eine Aneinanderreihung von Kriegen und Eroberungen ist.
Diese Ausstellung zeigt über 300 hervorragende Exponate des wechselvollen Miteinanders verschiedenster Kulturen – zum ersten Mal in Deutschland.
Veranstaltungsdaten:
31. Januar bis 05. April 2010
Veranstaltungsort:
Landesmuseum Natur und Mensch
Damm 38 – 44
26135 Oldenburg
„Al-Nakba - Die Katastrophe Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948“
Eine Ausstellung des Vereins Flüchtlingskinder im Libanon e. V., Tübingen
Das Jahr 1948 bedeutete für die palästinensische Bevölkerung die nationale Katastrophe (al-Nakba). Das palästinensische Volk wurde zu einem Volk von Flüchtlingen. Die Thematisierung der Flucht und Vertreibung dieser Menschen - gilt bis heute vielfach als Tabubruch. Die Organisatoren sind davon überzeugt, dass ohne die Kenntnis und ohne eine gebührende Anerkennung dieses Teils des Konflikts Aussöhnung, Gerechtigkeit und Frieden im Nahen Osten keine Chance haben werden. Hierzu will die Ausstellung einen Beitrag leisten.
Veranstaltungsdaten:
Mai 2010 bis Juni 2010
Veranstaltungsort:
15. Mai bis 06. Juni 2010; Hannover (Volkshochschule)
15. Mai bis 16. Mai 2010; München (Ökumenischer Kirchentag)
10. Juni bis 27. Juni 2010; Tübingen (Kirche am Markt)
Das nach eigenen Angaben "weiträumigste virtuelle Museum der Welt" eröffnet im April 2007 den neuen Ausstellungszyklus "Discover Islamic Art in the Mediterranean". Auf den Internetseiten werden über 600 Kunstgegenstände aus vierzig Museen und mehr als 200 Architekturdenkmäler aus14 Ländern gezeigt.
Die 18 thematisch gegliederten virtuellen Ausstellungen präsentieren das künstlerische Erbe der islamischen Dynastien im Mittelmeerraum. Mittels Texten in acht Sprachen und einer Einordnung in den historischen Kontext werden die Exponate dargestellt. Ins Leben gerufen wurde das Projekt, das weitgehend von der EU finanziert wird, von der Organisation "Museum ohne Grenzen".
Die Abbildung zeigt ein kleines Gefäß aus Hagira datiert 8. Jh. (christl. Zeitr.)/ 14. Jh. islamische Zeitr./Archäologisches Nationalmuseum in Madrid/Spanien).
Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums des "Deutschen Vereins vom Heiligen Lande" haben die Historiker Stephan Mock und Dr. Michael Schäbitz eine Ausstellung konzipiert, die die Geschichte des Vereins auf anschauliche Weise vermittelt.
Informationstafeln und bisher unveröffentlichte Exponate führen die Besucher von den Anfängen des Vereins im Jahre 1855 bis zum Jubiläumsjahr 2005. Die Ausstellung zeichnet die wechselhafte Entwicklung im Heiligen Land nach und informiert über interessante Aspekte der Arbeit des Vereins.
Fortsetzung der Ausstellungsreihe der Universität Birzeit
Die Universität Birzeit, in der Westbank, hat in diesem Frühjahr ein neues Internetportal geschaffen: Palästinensern und Palästinenserinnen sowie jedem an palästinensischer Kunst Interessierten werden akademische Kurse in palästinensischer, arabischer und zeitgemäßer internationaler Kunst geboten.
Die "Paltel Virtual Gallery" ist ein Schritt in Richtung kulturellem Verstehen, gerade weil das Leben und die Kultur der Palästinenser außerhalb des Nahen Ostens weitgehend unbekannt sind. Jeden Monat wird ein Künstler oder eine Künstlerin mittels Vita, Interviews, weiterführenden Beiträgen und natürlich verschiedener Kunstobjekte und -gegenstände auf den Seiten des neuen Internetportals der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Reihe begann mit der Künstlerin Suha Shoman.
Beinahe täglich, wenn man die Zeitung aufschlägt oder Nachrichten im Rundfunk oder Fernsehen verfolgt, ist von Gewalt und Terror im Nahen Osten die Rede. Der politische Dialog scheint an seinem Ende angekommen zu sein. Hass und Fanatismus, Wut und Rache sind die vorherrschenden Gefühle auf beiden Seiten. Umso bemerkenswerter ist es, dass israelische und palästinensische Künstler mutig und entschlossen die Kommunikation zwischen den verfeindeten Nachbarn aufrechterhalten.
Auf diesem Terrain bewegt sich auch das „Pen-Pal Projekt” (Brieffreundschaften) von Eytan Shouker & Eldad Cidor, das auf der Idee basiert, einen persönlichen Dialog mit Hilfe eines kreativen Prozesses zwischen palästinensischen und israelischen Jugendlichen herzustellen. Die Künstler verteilten an insgesamt fünfhundert Jugendliche Einwegkameras, die nach einer kurzen Einweisung in das Fotografieren und die Bildgestaltung ihre unmittelbare Umwelt dokumentierten. Die entwickelten Fotos erhielten die Teilnehmer als Postkarten zurück, die auch Name und Adresse des Korrespondenzpartners enthielten, der mit Hilfe eines Fragebogens ermittelt worden war. Ohne Vermittler und unter Umgehung aller Grenzposten wurde für viele Teilnehmer dies der erste Versuch, mit dem Anderen freundschaftliche Beziehungen aufzunehmen.
In Suzanna Lauterbachs Projekt „Promised Land/Gelobtes Land”, das während der zweiten Intifada im Sommer 2001 entstanden ist, hat die Künstlerin Einwegkameras willkürlich an Israelis und Palästinenser und an in Israel lebende Ausländer aller Altersstufen verteilt, mit der Bitte, das aufzunehmen, was für sie persönlich das „Promised Land”, das „Gelobte Land” heute bedeutet. Eine Auswahl der Fotos und die Texte der Teilnehmer zu ihren eigenen Bildern geben überraschende Einblicke in die Befindlichkeit des heutigen Israel.