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Balfour-Deklaration

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2. November 1917

Verehrter Lord Rothschild, ich bin sehr erfreut, Ihnen im Namen der Regierung Seiner Majestät die folgende Erklärung der Sympathie mit den jüdisch-zionistischen Bestrebungen übermitteln zu können, die dem Kabinett vorgelegt und gebilligt worden ist:

,,Die Regierung Seiner Majestät betrachtet mit Wohlwollen die Errichtung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina und wird ihr Bestes tun, die Erreichung dieses Zieles zu erleichtern, wobei, wohlverstanden, nichts geschehen soll, was die bürgerlichen und religiösen Rechte der bestehenden nicht-jüdischen Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und den politischen Status der Juden in anderen Ländern in Frage stellen könnten. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese Erklärung zur Kenntnis der Zionistischen Weltorganisation bringen würden."

Ihr ergebender

Arthur Balfour


Das Geheimnis um Israels Gründung

"Doppelleben" des jüdischen Verfassers der Balfour-Deklaration
Die Welt, 12.01.1999, Autor: Siegfried Helm

London- Lord Balfour einst britischer Außenminister, gilt als der ideele Gründervater des Staates Israel in Palästina. Nach ihm benannt ist die Balfour-Deklaration des Jahres 1917. Er war ein Jude, der seine Abkunft verheimlichte. Der wahre Vordenker und Verfasser der berühmten Balfour-Deklaration, mit der die Errichtung einer "jüdisch-nationalen-Heimstätte in Palästina gefordert wurde, war Leopold Amery, im Jahre 1917 Staatssekretär im britischen Kriegskabinett. Amery, ein Vertrauter von Sir Winston Churchill, verschleierte seine jüdische Abkunft vorsätzlich, wie der britische Historiker William Rubinstein, Professor für Neuere Geschichte an der University of Wales in Aberystwyth, aufgedeckt hat. Amery habe noch in seiner kurz vor seinem Tode 1955 erschienen Autobiographie "My Political Life" die eigene Herkunft verfälscht, wie Rubinstein in der Fachzeitschrift "History Today" belegt.

Amery zufolge stammte sein Vater Charles Frederik Amery aus einer in Westengland alteingesessenen Familie. Seine Mutter nannte er Elisabeth Leitner Amery. Er schrieb, sie sei im Zuge der Unruhen der Revolution des Jahres 1848 wie viele ungarische Flüchtlinge nach Konstantinopel verschlagen worden und von dort nach England gelangt. Rubinstein entdeckte bei seinen Quellenstudien, daß Amerys Mutter Elisabeth Johanna Saphir hieß, daß sie 1841 las Tochter jüdischer Eltern im ungarischen Pest im jüdischen Viertel geboren wurde. Als Sohn einer jüdischen Mutter entsprach Amery den Qualifikationskriterien als Jude. Rubinstein stieß auf ein zweites Zeugnis vorsätzlicher Verschleierung seiner Herkunft durch Leopold Amery. der Poltiker ersetzte seinen (jüdischen) Vornamen Moritz durch Maurice und nannte sich Leopold Charles Maurice Stennett Amery. Der während beider Weltkriege und in den zwanziger Jahren höchst einflußreiche Politiker Leopold Amery habe sich kontinuirlich erst für die Errichtung einer nationalen Heimstätte der Juden in Palästina und für deren Konsolidierung und Entwicklung eingesetzt.

Die von ihm verfaßte Balfour-Deklaration wurde von dem Außenminister der Jahre 1916 bis 1919, Lord Balfour, in einem Brief dem Zionistenführer Lord Rothschild zugeleitet, dem einflußreichsten Sprecher der jüdischen Gemeinde Englands. Die Erklärung, die als Meilenstein auf dem Weg zur Gründung des Staates Israel gilt, enthielt die Einschränkung, Egland trete zwar für das Ziel ein, aber, "unter der Voraussetzung, daß die bürgerlichen und religiösen Rechte der ansässigen nichtjüdischen Gemeinschaften in Palästina unberührt" bleiben. Amery wußte, daß die britischen Motive eine Kombination von Empire-Machtpolitik - nämlich den Wunsch nach einem befreundeten Staat unweit des Suezkanals - un religiösem Idealismus - einer Heimkehr ins biblische Land - waren. Die Balfour-Deklaration wurde Bestandteil des britischen Palästina-Mandats des Völkerbunds und wird als Gründungscharta des Staates Israel angesehen.

Leopold Amery spiele zweitens eine führende Rolle bei der Gründung der "Jüdischen Legion", der ersten rein jüdischen Kampftruppe in Palästina seit dem jüdischen Exodus unter den Römern. Jüdische Bataillone kämpften im ersten Weltkrieg in Palästina unter britischem Oberbefehl. Diese Streitmacht war ein Vorläufer der Armee des Staates Israel.Brühmt ist Leopold Amerys Kampfrede im Unterhaus gegen Neville Chamberlain 1940, die mit Ihrem Ruf "Im Namen Gottes, gehen Sie" Auslöser für Chamberlains Rücktritt wurde. Chamberlain hatte in einem Brief im Jahre 1939 mit Blick auf die Judenverfolgungen in Hitler-Deutschland geschrieben:"Die Juden sind ohne Zweifel kein liebenswertes Volk. Ich selber kann sie nicht leiden. Aber das ist doch kein Grund für ein Pogrom."

Amery mußte das doppelt schwere Schicksal erleiden, daß sein Sohn John als Anhänger der Nazis nach Deutschland ging und in Berlin in Rundfunksendungen für England Anfang der vierziger Jahre die Sache der Nazis vertrat und nach dem Kriege in London als Verräter gehängt wurde. Rubinstein vermutet, daß John die jüdische Abkunft der Familie bekannt war. Rubinstein sagt über das "Doppelleben" Leopold Amerys: "Es ist dies ein höchst ungewöhnliches Geheimnis, vielleicht der erstaunlichste Fall von Identitätsverheimlichung in der politischen Geschichte Englands im 20 Jahrhundert."

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