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25.02.2013 12:38

Israel foltert jungen Familienvater zu Tode

Arafat Jaradat ist tot. Der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Beit folterte den 30jährigen Familienvater im Gefängnis Migiddo im Norden Israels solange, bis er am Samstag an den Folgen starb. Botschafter Salah Abdel Shafi fordert eine internationale Untersuchungskommission, um die Schuldigen zur Verantwortung zu ziehen.

Arafat Jaradat

"Systematische Misshandlungen und Folter stehen in Israel auf der Tagesordnung. Versuche seitens der israelischen Regierung, diese zu vertuschen, ebenfalls. Doch nach dem grausamen Foltertod von Arafat Jaradat kann Israel sein doppelzüngiges Spiel nicht mehr fortsetzen. Auf der einen Seite erklärt es sich zu einem Rechtsstaat mit einem freiheitlichen demokratischen Verständnis, auf der anderen Seite lässt der Staat palästinensische Häftlinge in seinen Gefängnissen gezielt foltern.

Das palästinensische Volk ist den grausamen Machenschaften der israelischen Besatzungsmacht schutzlos ausgeliefert. Der brutale Tod von Arafat Jaradat ist hierfür ein weiteres tragisches und trauriges Beispiel.

Ich fordere die internationale Gemeinschaft und insbesondere die Bundesregierung dazu auf, den Foltermord an Jaradat explizit und in aller Deutlichkeit zu verurteilen sowie zu der Gründung einer unabhängigen, transparenten und nachhaltigen Untersuchung seines Todes beizutragen.

Alle Unterzeichner der Vierten Genfer Konvention stehen heute in ihrer Pflicht, diesem Vertragswerk gerecht zu werden und das palästinensische Volk zu schützen. Wer, wenn nicht die internationale Gemeinschaft als Initiatorin des Verhaltenskodexes, kann den jenseits des Rechts stehenden Staat Israel zur Rechenschaft ziehen."
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Hintergrund:
Der 30jährige Arafat Jaradat wurde am 18. Februar 2013 von der israelischen Besatzungsarmee verhaftet. Der zweifache Vater, der mit seiner Ehefrau ein drittes Kind erwartet, berichtete bereits am 21. Februar seinem Anwalt Kamil Sabargh, dass er über Stunden und unter Folter verhört wurde. Am selben Tag verlängerte ein israelisches Militärgericht seine Haft um weitere 12 Tage. Am 23. Februar starb er an den Folgen der extremen Folter. 

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