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17.09.2012 12:36

Keine Verjährungsfrist für Sabra und Schatila

Unter dem Schutz israelischer Soldaten begingen christliche Milizen im Libanon im September 1982 in den Beiruter Flüchtlingslagern Sabra und Schatila eines der grausamsten Verbrechen der letzten Jahrzehnte. Bis heute weisen alle Beteiligten die Schuld für das Massaker von sich. Doch dieses Verbrechen steht unter dem Ausschluss einer Verjährungsfrist, erklärt Botschafter Salah Abdel Shafi.

"Zwischen dem 16. und 19. September töteten christliche Milizen unter dem Schutz israelischer Soldaten in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Schatila bis zu 3.000 wehrlose Kinder, Frauen und Männer.

Im Dezember 1982 bewertete die UN-Generalversammlung diese Massaker als Genozid, welches als das schlimmste Verbrechen im Völkerstrafrecht gilt und somit eine nationale und internationale Verantwortung vonseiten der internationalen Gemeinschaft erfordert. Doch bis heute sind weder die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen noch die Hinterbliebenen der Opfer der Massaker entschädigt worden.

Auch der Staat Israel, der die Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes ratifiziert hat, weigert sich, seine Mitverantwortung für dieses grausame Verbrechen zu übernehmen. Stattdessen wurden Beweise unterschlagen, die Weltöffentlichkeit bewusst getäuscht und eine Strafverfolgung unterlassen.

Israel hat seine Lektion aus diesen Massakern nicht gelernt. Verstanden hat dieser Staat nur, dass er seine Verbrechen gegen die Menschlichkeit, wie im Gaza-Krieg 2009, ungestraft fortsetzen kann.

Doch das schlimmste Verbrechen im Völkerstrafrecht steht unter dem Ausschluss einer Verjährungsfrist und Völkermord darf unter keinen Umständen unbestraft bleiben."

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