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15.06.2012 14:28

Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge darf nicht infrage gestellt werden

Zu der Abwehrhaltung und anhaltenden massiven Kritik gegenüber der von dem Verein "Flüchtlingskinder im Libanon e.V." organisierten Wanderausstellung "Nakba - Flucht und Vertreibung der Palästinenser 1948", erklärt Botschafter Salah Abdel Shafi.

"Dass in Deutschland die Darstellung der Vertreibung der palästinensischen Bevölkerung aus ihrer historischen Heimat erhebliche Widerstände und massive Kritiken hervorruft, ist mir vollkommen unverständlich.

Wissenschaftlich fundierte Zahlen und Belege von israelischen, palästinensischen, deutschen und weiteren internationalen Historikern beweisen, dass sowohl vor als auch nach der israelischen Staatsgründung über 750.000 Palästinenser gewaltsam aus ihrer historischen Heimat vertrieben, ihre Häuser zerstört und sie ihrem Eigentum beraubt wurden.  Millionen palästinensische Flüchtlinge sind bis heute  Zeugen dieser Vertreibung.

Die Intention der Ausstellung ist es, das Schicksal der palästinensischen Flüchtlinge ins Bewusstsein der deutschen Öffentlichkeit zu bringen. Erstmalig kommen hier die Flüchtlinge zu Wort. Sie erzählen von ihren erfahrenen Schicksalen und von ihren Erinnerungen. Es wird die palästinensische Perspektive aufgezeigt, ohne dabei die Geschichte zu verfälschen oder zu verzerren.

Die Geschichte des Anderen in die Darstellung der eigenen Erinnerungskultur einzuarbeiten, ist nicht Aufgabe dieser Ausstellung. Wer allerdings dazu auffordert, die palästinensische Geschichte in die Geschichte des Anderen zu integrieren oder gar anzugleichen, fordert auch dazu auf, die palästinensische Geschichte infrage zu stellen und sogar für unwahr zu erklären.

Mit dieser Abwehrhaltung gegenüber dem andauernden Leid der palästinensischen Flüchtlinge, ist keine Verständigung zu machen. Erst wenn das Schicksal und die Erinnerungskultur der palästinensischen Flüchtlinge aufrichtig akzeptiert und respektiert wird, kann eine wahre Verständigung erfolgen."

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