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Medienpräsenz - Presse

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"Gesinnungswandel auf beiden Seiten"

In einem Gespräch mit Christian Fröhlich spricht der Generaldelegierte Palästinas, Hael Al-Fahoum, über die gestern beendete Reise von US-Präsident Bush durch den Nahen Osten. Der Friedensprozess habe wichtige Impulse erhalten, resümiert hierbei Al-Fahoum.

Hat Bush einen substanziellen Beitrag zum Friedensprozess leisten können?

Der Besuch als solcher weniger. Aber die vielen Arbeitssitzungen im Vorfeld und die sich nun intensivierenden Verhandlungen sind positiv bewertbar. Der Prozess beschleunigt sich.

Wie schätzen Sie die Rolle der USA bei den anstehenden Verhandlungen ein?

Es scheint sich ein Gesinnungswandel auf Seiten der USA abzuzeichnen. Einem Friedensschluss in Nahost wird größere Bedeutung beigemessen. Man erhofft sich in Washington davon wachsende Stabilität für den gesamten Mittleren Osten, was im ureigenen amerikanischen Sicherheitsinteresse liegt. Deswegen sehen sich die USA als Teil der Lösung und nicht nur als außenstehender Makler.

Traut die palästinensische Autonomiebehörde den USA als traditionellem Verbündeten Israels überhaupt eine ehrliche Mittlerrolle zu?

Bush hat sich während des Besuchs fair und konstruktiv verhalten. Positiv ist, dass die palästinensischen Positionen in den Hauptstreitfragen teilweise anerkannt wurden. Zentral ist auch, dass Bush als erster Präsident offiziell eine Zwei-Staaten-Lösung unterstützt.

Was ist der Schlüssel für erfolgreiche Verhandlungen?

Wichtig ist die Einsicht, dass es für beide Seiten keine absolute Gerechtigkeit geben wird. Für Kompromisse bei Kernpunkten muss die Vergangenheit abgehakt werden um der Zukunft willen. Den USA kommt dabei die zentrale Rolle zu, die Gemäßigten beider Seiten zu stützen.

Wie steht die palästinensische Bevölkerung dem Friedensprozess gegenüber?

Eine große Mehrheit von 70 Prozent der Menschen unterstützt die Friedensbemühungen Mahmud Abbas´. Die destruktive Haltung der Hamas wird von nur zehn Prozent geteilt. Gewaltaktionen stören jedoch den Friedensprozess. Deshalb muss Hamas der Rückhalt in der Gesellschaft genommen werden. Militäraktionen seitens Israels entfalten in diesem Zusammenhang gegenteilige Wirkung.



Thüringer Allgemeine Zeitung
17. Januar 2008

Medienpräsenz - Presse vom 17.01.2008

17.01.2008
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