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Medienpräsenz - Presse

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"Die Deutschen bleiben Partner"

Am vergangenen Montag stellte der designierte Ministerpräsident Ismail Hanija Präsident Mahmoud Abbas die Liste der Parlamentsmitglieder vor. Im Kontext dieser neuen Regierungsbildung setzt der Generaldelegierte Hael Al Fahoum weiterhin auf Verhandlungen mit Israel, um den Friedensprozess wiederzubeleben.

"Die Deutschen bleiben Partner"

PLO-Mann Hael al-Fahoum ist seit Jahresbeginn der neue "Generaldelegierte" der Palästinenser in Deutschland. Im FR-Interview antwortet er auf Fragen zu seiner künftigen Rolle, nachdem in Palästina keine Koalition aus PLO und Hamas, sondern eine Hamas-Regierung bevorsteht.

Frankfurter Rundschau: Herr al-Fahoum, repräsentieren Sie künftig die Hamas-Regierung?

Hael Al Fahoum: Nein. Die Weisungen, die ich zu befolgen habe, kommen von Präsident Mahmoud Abbas. Meine Richtlinie bleiben all' die internationalen Verabredungen, die von der PLO getroffen wurden.

Frankfurter Rundschau:Droht jetzt nicht doch deren Aufkündigung, sei es offiziell oder faktisch?

Hael Al Fahoum:Auf palästinensischer Seite war es unter der PLO eine strategische Entscheidung, auf Verhandlungen zu setzen. Die kann man nicht alle paar Jahre umwerfen. Unsere einzige Option sind Verhandlungen. Aber auch Israels einzige Option sind Verhandlungen. Wir hoffen darauf, dass es in Israel nach den Wahlen Partner für Verhandlungen gibt.

Frankfurter Rundschau:Was sollte aus Ihrer Sicht nach den israelischen Wahlen nächste Woche dann der nächste Schritt sein?

Hael Al Fahoum:Wir sollten alles in Bewegung setzen, um den Friedensprozess wieder zu beleben. Die große Mehrheit des palästinensischen Volkes, mehr als 80 Prozent, will das. Unserer Wirtschaft geht es extrem schlecht, im Gaza-Streifen hungern die Menschen, uns droht totales Chaos. Die Menschen wollen Verhandlungen, um alle Arten militärischen Vorgehens zu stoppen.

Frankfurter Rundschau:Selbst die Bundesregierung spricht inzwischen vom Überdenken des Verhältnisses zur palästinensischen Autonomiebehörde, falls die Hamas-Regierung sich nicht klar von Gewalt abgrenzt.

Hael Al Fahoum:Deutschland unterstützt gemeinsam mit der EU die internationalen Bemühungen, zu Verhandlungen zu kommen. Das wird sicher auch so bleiben. Es stimmt andererseits, dass unsere Probleme längst ein Teil der internen europäischen Sorgen geworden sind - auch der deutschen. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Deutschen ihr Verhältnis zum palästinensischen Volk beenden oder einfrieren werden. Sie werden klar Position beziehen zu Positionen, wie sie eine Regierung oder ein Minister haben mag. Aber sie werden die Palästinenser nicht boykottieren. Das wurde in den vergangenen Wochen in den Erklärungen aus der deutschen Regierung sehr klar, sowohl bei Kanzlerin Angela Merkel als auch bei Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Die Deutschen sind auch Meister der stillen Diplomatie. Sie wollen Partner beider Seiten sein und können auf beiden Seiten eine wichtige, substantielle Rolle spielen.

Frankfurter Rundschau:Sind sie sicher, dass Deutschland nach den Verlauf der Regierungsbildung in Ramallah nicht doch einzelne Hilfsprojekte streicht?

Hael Al Fahoum:Mein Eindruck ist, dass es nichts gibt, was Deutschland jetzt gerne streichen würde. Aber eine positive Haltung der neuen Regierung zu den bisherigen internationalen Zusagen würde alles leichter machen. Sie kann ja kein Interesse daran haben, negative Bedingungen für die internationale Unterstützung des palästinensischen Volkes herbeizuführen.




Frankfurter Rundschau
22. März 2006

Medienpräsenz - Presse vom 22.03.2006

22.03.2006
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