| Die erste PLO Vertretung
in Europa wurde im September 1970 in Bonn eröffnet. Das Büro
war in der ersten Zeit inoffiziell und stützte sich auf die General-Union
Palästinensischer Studenten und Arbeiter in Europa. Ihre Aufgaben
konzentrierten sich auf Presse- und Informationsarbeit.
Am 7. Dezember 1993 konnte vor dem Gebäude des PLO-Vertretungsbüros
in Bonn im Beisein des Generalsekretärs der Arabischen Liga
zum ersten Mal die palästinensische Flagge gehisst werden.
Aus der "Informationsstelle Palästina", die seit
1974 die Interessen der Palästinenser in Deutschland wahrgenommen
hatte und ab 1978 als inoffizielle Vertretung der PLO fungierte,
wurde die palästinensische Generaldelegation und der langjährige
Repräsentant der PLO in Deutschland, Herr
Abdallah Frangi, wurde zum palästinensischen Generaldelegierten
ernannt.
Ohne den Status einer Botschaft zu erhalten, übernahm die
palästinensische Generaldelegation von diesem Zeitpunkt an
in weiten Teilen die Funktion und die Aufgaben einer offiziellen
Gesandtschaft. In Deutschland lebende Palästinenser erhalten
hier Beratung und Hilfe.
Besonderes Anliegen und Schwerpunkt der Arbeit der palästinensischen
Generaldelegation ist die Information der deutschen Öffentlichkeit,
der offiziellen Stellen und der Medien über die Entwicklung
des Friedensprozesses im Nahen Osten. Außerdem ist die Generaldelegation
um die Förderung und Intensivierung der deutsch-palästinensischen
Beziehungen bemüht.
Sie stellt Kontakte zwischen deutschen und palästinensischen
Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur her,
unterstützt den Aufbau von Städtepartnerschaften und fördert
Austauschprogramme.
Ein Wendepunkt für die deutsch-palästinensischen Beziehungen
stellte der Besuch des Präsidenten Arafat dar, der am 3. Dezember
1990, auf Einladung des damaligen Bundeskanzlers Dr. Helmut Kohl
und des damaligen Außenministers Dr. Klaus Kinkel die Bundesrepublik
Deutschland besuchte.
Als Ergebnis des Gaza-Jericho-Abkommens (Oslo I) eröffnete
die Bundesrepublik Deutschland als erstes Land der EU eine offizielle
Vertretung in Palästina. In den folgenden Jahren führte
die Entwicklung der deutsch-palästinensischen Beziehungen auf
politischer, wirtschaftlicher und kultureller Ebene zu einer Intensivierung
der bilateralen Kontakte. Häufigen Visiten palästinensischer
Minister und Regierungsmitglieder, folgten Gegenbesuche deutscher
Repräsentanten. So besuchten neben Bundeskanzler Kohl und seinem
Stellvertreter und Außenminister Kinkel, Ministerpräsidenten
der Länder, Vertreter der Parteien (CDU, CSU, SPD, FDP und
Grüne) sowie Repräsentanten der deutschen Wirtschaft die
palästinensischen Autonomiegebiete.
Die Bundesrepublik Deutschland ist nach wie vor im Rahmen der bilateralen
Hilfe unter den EU-Staaten der größte Geldgeber für
Palästina. Aufgrund der Konfrontationen der vergangenen drei
Jahre (seit Sep. 2000/Intifada II) und der damit instabilen politischen
Situation kam dieser Aufschwung zum Stillstand. Die Entschlossenheit
zur Zusammenarbeit der Bundesrepublik Deutschland ist jedoch geblieben:
Im Februar 2004 traf sich der palästinensische Ministerpräsident
Ahmed Kurei in Deutschland mit Bundeskanzler Gerhard Schröder
und Außenminister Joschka Fischer.
Aufgrund der wertvollen Unterstützung und Aufbauhilfe ist
die Bundesrepublik Deutschland für Palästina ein wichtiger
Ansprechpartner. Die gute Zusammenarbeit in der Entwicklungspolitik
und die Unterstützung der palästinensischen Wirtschaft
durch langfristige Investitionen ist ein wichtiger Beitrag zur Sicherung
des Friedensprozesses.
Weitere Informationen erhalten Sie von den Mitarbeitern
der Generaldelegation Palästinas.
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Generaldelegation Palästinas |
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