1. Politische Unterstützung
Als am 20. Januar 1996 die ersten Wahlen zum Palästinensischen
Legislativrat abgehalten wurden, war die EU mit ihren logistischen
Hilfen einer der größten Wahlhelfer. So entwarf sie z.B.
gemeinsam mit der palästinensischen Behörde Wahldistrikte,
unterstützte das Abhalten eines demokratischen Wahlkampfes
und richtete gemeinsam mit der palästinensischen Behörde
ein Presseamt ein, um eine größtmögliche Transparenz
der Wahlen für die Bevölkerung zu erreichen. Der EU ist
es von zentraler Wichtigkeit, auch weiterhin den Prozess zur Demokratisierung
Palästinas zu unterstützen und gleichzeitig die demokratische
Legitimität des palästinensischen Rates zu wahren. So
steht sie z. B. bei der Einrichtung von Kommissionen oder Untersuchungen
mit Unterstützung und Rat bei.
2. Institutionelle Unterstützung
Die Stärkung der palästinensischen Regierung steht im
Zentrum der Unterstützung. So steht die EU bei verwaltungstechnischen
oder logistischen Fragen bei und versucht durch ihr Sachwissen effizientere
Strukturen in der Arbeit der palästinensischen Regierung zu
ermöglichen, um die Maßnahmen einzuleiten, die für
den Weg des palästinensischen Volkes zur Selbstbestimmung notwendig
sind. Um dieses zu fördern, unterstützte die EU den Aufbau
des Palestinian Central Bureau of Statistics sowie die Einrichtung
von Universitäten, Schulen und Zentren der Fort- und Weiterbildung.
Darüber hinaus werden die noch jungen palästinensischen
Medien - Fernsehstationen, Funkanstalten und Zeitungen - unterstützt,
um den Prozess der Demokratisierung der palästinensischen Gesellschaft
hin zu einer "civil society" fortzuführen.
3. Ökonomische Unterstützung
Hauptziel der EU - Hilfen ist es, in Palästina ein stetiges
und angemessenes Wachstum zu ermöglichen, das sowohl soziale
als auch ökologische Aspekte berücksichtigen soll. Darüber
hinaus zielt die langfristige Strategie darauf ab, das Haushaltsdefizit
der palästinensischen Regierung auszugleichen. Die finanziellen
Hilfen reichen von Startkrediten für Kleinunternehmer bis zu
Großprojekten zum Aufbau der Infrastruktur. Die unter dem
Dach der EU stehende Europäische Investment Bank trägt
dazu bei, die Löhne des öffentlichen Sektors mit zu finanzieren,
einen Bankensektor aufzubauen sowie finanziell zu unterstützen.
Neben den spezifischen Palästina - Programmen kommen den palästinensischen
Gebieten auch Hilfen aus den generellen Einrichtungen der europäischen
Mittelmeer Initiative - des MEDA - Programms - zu. Diese Programme
sind speziell auf die Zusammenarbeit mit den Mittelmeer - Drittländern
( MDL ) ausgerichtet. Mit den derzeitigen MEDA - Programmen werden
auf unterschiedlichen Gebieten Kooperationsprojekte zwischen Partnern
aus der EU und den MDL finanziell unterstützt.
Europäische Unterstützung
für Palästina von 1994 bis 2003
Die europäischen Investitionen in
den palästinensischen Autonomiegebieten seit der Prinzipienerklärung
von Oslo 1993 bis 2002.
Neue Hilfsmaßnahmen der Europäischen
Kommission im Umfang von 100 Mio. EUR zur Verbesserung der Bedingungen
im Gaza-Streifen und Westjordanland und zur Wiederankurbelung der
palästinensischen Wirtschaft.
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