|
Deutsch - Palästinensische Beziehungen
|
|
| Mit der gegenseitigen
Anerkennung von PLO und Israel am 13. September 1993 wurde das offizielle
deutsch-palästinensische Verhältnis auf eine neue Grundlage
gestellt. Bereits im Dezember 1993 besuchte Jassir Arafat auf Einladung
der deutschen Regierung die Bundesrepublik, weitere Besuche folgten
im November 1995, September 1996, Oktober 1997, April 1998, Februar
1999 und - zuletzt - im März 2000. Gegenstand der Gespräche
war neben der Diskussion des jeweiligen Standes der Friedensbemühungen
die Knüpfung enger kultureller und wirtschaftlicher Kontakte.
Seit 1993 haben alle namhaften Vertreter der deutschen Politik
Palästina besucht und damit den Weg gebahnt für weitere
Gespräche zwischen der deutschen und palästinensischen
Industrie. So erfolgte 1995, ein Jahr nach der Eröffnung des
Vertretungsbüros der Bundesrepublik und des ihm mittlerweile
angegliederten deutschen Kulturzentrums in Gaza, die Eröffnung
des Büros der deutschen Wirtschaft in Ramallah.
Bilaterale Hilfe
Kernbereich der deutschen Unterstützung für den Nahost-Friedensprozess
ist die seit 1994 erheblich ausgeweitete Entwicklungszusammenarbeit
mit Palästina. Besonders hervorzuheben ist die Unterstützung,
die die Bundesrepublik Deutschland bei der Herstellung
palästinensischer Pässe und Briefmarken geleistet hat. Auch ist die Bundesrepublik
Deutschland im Rahmen der bilateralen Hilfe unter den EU-Staaten
der größte Geldgeber der palästinensischen Gebiete.
Für die entwicklungspolitische Zielsetzung ist die Wiederherstellung
der Infrastruktur und der Aufbau eines geordneten Verwaltungsapparates,
um die für weiterführende Investitionen nötigen Grundlagen
zu schaffen und so den Friedensprozess langfristig zu sichern, von
größter Bedeutung.
Neben Jordanien sind die Palästinensischen Gebiete Hauptempfänger
des deutschen Beitrages der sog. Nahost-Regionalkooperation, für
die ab 1996 schrittweise die bisher an Israel gezahlten Finanzmittel
in Höhe von 70 Millionen Euro jährlich zur Verfügung
gestellt werden. Der bislang von der Bundesrepublik Deutschland
bereitgestellte Gesamtbetrag belief sich bis Ende 1998 auf über
600 Millionen Euro. Hierbei lag der Schwerpunkt deutscher Entwicklungshilfe
in der Unterstützung von Projekten im Bereich der Wasserversorgung,
des Verkehrs, der Errichtung von Industrieparks und des Aufbaus
von Verwaltungsstrukturen in den Palästinensischen Gebieten.
Für das Jahr 2004 belaufen sich die Hilfszahlungen
des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ)
auf 40 Millionen Euro.
Kulturelle Zusammenarbeit
Die kulturpolitische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Palästina
wird durch das Vertretungsbüro organisiert und hat stets in
Hinblick auf palästinensischen Erwartungsdruck und Rücksichtsnahme
auf israelische Interessen zu erfolgen. Im September 1995 eröffnete
das deutsche Kulturzentrum Gaza seine Pforten und im November die
Zweigstelle des Goethe-Institutes in Ramallah. Die seit 1996 bestehende
Städtepartnerschaft zwischen Köln und Bethlehem soll um
die Kölner Partnerstadt Tel Aviv erweitert werden und somit
einen wichtigen Beitrag zum Dialog und der beiderseitigen Verständnisbereitschaft
leisten. Der kulturelle Schwerpunkt besteht jedoch im Schul- und
Hochschulbereich. So hat der Deutschunterricht an einer Reihe kirchlicher
Privatschulen teilweise eine Jahrhunderte alte Tradition und Absolventen
deutscher Hochschulen genießen ein hohes Ansehen in der Gesellschaft.
|
 |